Dr. Antje Enewke ist Fachärztin für Gynäkologie und Geburtshilfe beim Medizinischen Dienst Bund. Als solche berät sie unter anderem den GKV-Spitzenverband vor allem beim Thema außerklinische Geburtshilfe. Enekwe erläutert, wie umfangreich die Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen während Schwangerschaft, Geburt und nach der Geburt sind und auch, wo diese Leistungen geregelt sind.
Die Ärztin erklärt auch, welche individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL) in der Schwangerschaft besonders häufig angeboten werden. Dazu zählen vor allem Früherkennungsuntersuchungen wie das Ersttrimester-Screening und die Nackenfaltenmessung oder Tests auf Toxoplasmose und das Zytomegalievirus. Viele Untersuchungen versprechen Sicherheit, bergen aber Risiken wie Überdiagnostik, Scheinsicherheit oder ein unklares Verhältnis von Nutzen zu Schaden, wie Enekwe am Beispiel des ß-Streptokokken-Tests verdeutlicht.
In den vergangenen Jahren sind einige wenige IGeL-Leistungen zu Kassenleistungen geworden, weil es ausreichende Belege dafür gab, dass ihr Nutzen größer ist als ihr Schaden. Beispiele sind der Pränataltest auf den fetalen Rhesusfaktor oder der Pränataltest auf die Trisomien 13, 18 und 21. Die Einführung des letzteren als Kassenleistung wirft allerdings ethische Fragen auf, weiß Enekwe und berichtet auch darüber im IGeL-Podcast.
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