Der Medizinische Dienst Bund

Der Medizinische Dienst Bund ist eine medizinische und pflegefachliche Expertenorganisation. Er vertritt die Interessen seiner Mitglieder – der 15 Medizinischen Dienste in den Ländern – auf Bundesebene gegenüber Politik, Verbänden und Öffentlichkeit. Der Medizinische Dienst Bund wurde zum 1. Januar 2022 als Rechtsnachfolger des Medizinischen Dienstes des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen e.V. (MDS) errichtet.

Koordination der Medizinischen Dienste

Der Medizinische Dienst Bund koordiniert und fördert die Durchführung der Aufgaben und die Zusammenarbeit der Medizinischen Dienste in medizinischen, pflegefachlichen und organisatorischen Fragen. Ziel ist es, die Begutachtung und Beratung der Medizinischen Dienste in den Bundesländern nach bundesweit einheitlichen Kriterien und aktuellen Standards sicherzustellen. Dazu erlässt der Medizinische Dienst Bund Richtlinien. Dies geschieht unter fachlicher Beteiligung der Medizinischen Dienste. Des Weiteren bietet der Medizinische Dienst Bund ein praxisgerechtes und zielgruppenorientiertes bundesweites Fortbildungsprogramm für die Gutachterinnen und Gutachter der Medizinischen Dienste.

Bundesweite Daten zu Pflege und Behandlungsfehlern

Der Medizinische Dienst Bund erstellt regelmäßig Berichte und Statistiken, die die Begutachtungen der Medizinischen Dienste und speziell die Entwicklung der Pflege-Qualität, die Begutachtung von Behandlungsfehlervorwürfen und die Ergebnisse der Versichertenbefragung zu Pflegebegutachtungen bundesweit darstellen. Bei allen seinen Aufgaben wird der Medizinischen Dienst Bund von den Medizinischen Diensten unterstützt, die ihren Sachverstand z. B. in Sozialmedizinischen Expertengruppen und Kompetenz-Centren mit dem Medizinischen Dienst Bund zusammenführen.

Beratung für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung

Mit seinen über 90 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erstellt der Medizinische Dienst Bund Gutachten für den GKV-Spitzenverband zu grundsätzlichen Fragen der medizinischen und pflegerischen Versorgung. Diese nutzt der GKV-Spitzenverband für die Erfüllung seiner Aufgaben und bei Beratungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) oder in anderen Gremien der Gesundheitsselbstverwaltung. Der Medizinische Dienst Bund arbeitet nach den wissenschaftlichen Standards der evidenzbasierten Medizin. Seine Analysen und Beratungen stützt er auf den aktuellen Stand der medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnisse.

Selbst zahlen beim Arztbesuch?

Der Medizinischen Dienst Bund betreibt zudem das Internetportal www.igel-monitor.de. Der IGeL-Monitor wurde 2012 vom Vorgänger des Medizinischen Dienstes Bund – dem Medizinischen Dienst des Spitzenverbandes Bund der Krankenkassen (MDS) – gestartet. Der IGeL-Monitor bietet Versicherten eine wissenschaftlich fundierte Entscheidungshilfe für oder gegen die Inanspruchnahme von Leistungen, die sie in der Arztpraxis selbst bezahlen müssen (Individuelle Gesundheitsleistungen – IGeL). Die Bewertungen des IGeL-Monitors basieren auf den Methoden der Evidenzbasierten Medizin (EbM).